So sollte ein modernes WC sein

Spülrandlos ist ein Muss

Stilles Örtchen, Thron, Klo. Wahrscheinlich fallen jedem von uns noch ein paar weitere Namen ein für den Platz, an den wir (meist) ganz allein gehen, um unser „Geschäft“ zu erledigen. Das tun wir bereits ziemlich lange. Vorläufer unserer Toiletten soll es laut Wikipedia immerhin schon um 2800 v. Chr. in Mesopotamien gegeben haben. Das Wasserklosett erfand Sir John Harington allerdings erst im Jahr 1596. Irgendwann im 19. Jahrhundert kam die praktische Erfindung dann in die deutschen Städte. Auf dem Land war dagegen das Plumpsklo oft noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg Standard. Von außen betrachtet hat sich seitdem gar nicht so viel verändert, wir setzen uns nach wie vor auf die gute, alte Schüssel. Wer jedoch genauer hinschaut, stellt fest, dass Hightech auch auf dem Klo seine Spuren hinterlassen hat.

WC einmal anders: schwarz und eckig (Copyright Duravit AG)
WC einmal anders: schwarz und eckig
(Copyright Duravit AG)

Wandhängend, spülrandlos und wassersparend

Was zeichnet ein modernes WC aus? Torsten König, Architekt und Geschäftsführer bei KÖNIG BÄDER: „Standard ist heute das an der Wand hängende WC, Stand-WCs sind seltener geworden. Der Spülkasten verschwindet in der Wand. Die meisten Kunden entscheiden sich für eine Zwei-Mengen-Spülung, um Wasser zu sparen. Auch auf die Absenk-Automatik beim WC-Sitz wollen viele nicht mehr verzichten.“ Bei Toiletten spielt Hygiene eine besondere Rolle. Der Spülrand etwa offenbart sich als wahres Paradies für Bakterien und Co. Glücklicherweise ist er in den letzten Jahren immer mehr auf dem Rückzug – dank der Entwicklung spülrandloser WCs. Bei ihnen wurde die Innenform so optimiert, dass das Spülwasser von hinten kommt und sich dann perfekt und spritzfrei im Becken verteilt. KÖNIG BÄDER baut fast nur noch diese Variante ein.

Das WC mit Zwei-Mengen-Spülung hängt an der Wand. Mit der Fernbedienung werden die Dusch-WC-Funktionen gesteuert. (Copyright: Geberit Vertriebs GmbH)
Das WC mit Zwei-Mengen-Spülung hängt an der Wand. Mit der Fernbedienung werden die Dusch-WC-Funktionen gesteuert.
(Copyright: Geberit Vertriebs GmbH)
Die WC-Dusche ist ausfahrbar. (Copyright: Geberit Vertriebs GmbH)
Die WC-Dusche ist ausfahrbar.
(Copyright: Geberit Vertriebs GmbH)

WC mit gewissen Extras

Wie beim Autokauf kann der Kunde auch beim WC wählen: zwischen der Grundausstattung inklusive Keramikbecken, einfachem WC-Sitz mit Deckel sowie Spülkasten und gewissen Extras. Dazu gehören Spülkästen mit Nachtlicht, berührungslose Sensor-Bedienungen oder eine im Spülkasten integrierte Geruchsabsaugung. WC-Sitze bieten die meisten Gestaltungsmöglichkeiten. Neben der noch selten zu findenden Sitzheizung kann hier vor allem mit Materialien von Duroplast über Holz bis Acryl und mit Farben gespielt werden. Sowohl bei Sitz als auch Becken sind die Formen rund, oval und eckig im Angebot. Immer mehr Kunden fragen sich, ob sie ein Dusch-WC bzw. Bidet einbauen sollten. Dazu Torsten König: „Ich halte es für eine sinnvolle Ergänzung. Wer sich einmal auf diese Weise gereinigt hat, möchte es nicht mehr missen. Aus Platzgründen rate ich zur 2-in-1-Variante.“ Die günstigsten Modelle sind ab etwa 800 Euro erhältlich.

Und so funktioniert ein Dusch-WC:

Das WC der Zukunft

Und wie werden unsere WCs in 20 Jahren aussehen? Torsten König hat bereits einige Bilder in seinem Kopf: „Die Bidet/WC-Kombination wird Standard sein. Das WC steht auch mal frei im Raum, so wie wir es von der Badewanne kennen. Und auch in seiner Funktion als Sitzgelegenheit wird es sicher weiterentwickelt werden.“ Schließlich ist da noch das Phänomen „Smart Home“, das über kurz oder lang auch unser stilles Örtchen erobern wird. Dann könnte das WC auch Laborfunktionen übernehmen und uns bei Auffälligkeiten daran erinnern, unseren Arzt zu konsultieren.

 

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